Lerneinheit: Verwendung und Konfiguration von Chatbots

Chatbots: Das passende Tool auswählen

Bevor du ein Konto bei einem KI-Anbieter erstellst, solltest du überlegen, wofür du den Chatbot einsetzen möchtest. Die Auswahl ist groß, und nicht jedes Tool eignet sich für jede Aufgabe. Die folgenden Kriterien helfen bei der Entscheidung:

Kriterium Worauf du achten solltest
Inhaltstyp und Zweck Benötigst du Texte, Bilder, Programmiercode oder eine Kombination daraus?
Funktionen Kann die KI auf das Internet zugreifen? Lassen sich Dateien hochladen und analysieren?
Kosten Reicht eine kostenlose Version aus oder werden Premium-Funktionen benötigt?
Datenschutz und Sicherheit Wie werden deine Daten gespeichert und geschützt?
Datennutzung für das Training Werden deine Eingaben zum Training der KI verwendet?

Kostenlose und kostenpflichtige Modelle

Kostenlose Basisversionen

Kostenlose Versionen eignen sich gut für den Einstieg. Sie bieten meist solide Leistungen bei alltäglichen Aufgaben wie dem Verfassen von Texten oder der Beantwortung von Fragen.

Typische Einschränkungen:

Kostenpflichtige Premium-Abos

Premium-Abonnements bieten in der Regel:

Kontoeinrichtung und sicherer Zugriff

1. Offizielle Webseite nutzen

Registriere dich ausschließlich über die offiziellen Webseiten bekannter Anbieter, beispielsweise ChatGPT, Gemini oder Copilot.

2. Konto erstellen

Für die Registrierung benötigst du normalerweise:

3. Sicherheit erhöhen

Verwende ein starkes, einzigartiges Passwort und aktiviere nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Dadurch wird dein Konto zusätzlich geschützt.

Die Benutzeroberfläche verstehen

1. Das Chatfenster

Das Chatfenster ist der zentrale Bereich eines Chatbots. Hier gibst du deine Fragen oder Arbeitsaufträge ein. Diese Eingaben werden als Prompts bezeichnet.

Viele Chatbots unterstützen zusätzlich:

Nach dem Absenden verarbeitet die KI deine Anfrage und zeigt die Antwort im Chatverlauf an.

2. Chats und Seitenleiste

In der Seitenleiste findest du deine bisherigen Unterhaltungen.

Empfehlung

Starte für neue Themen möglichst einen neuen Chat.

Beispiel:

Dadurch bleibt der Kontext übersichtlich und die Antworten werden oft präziser.

3. Dateien hochladen

Moderne Chatbots sind häufig multimodal. Sie können nicht nur Texte verarbeiten, sondern auch mit Bildern und Dokumenten arbeiten.

Bilder

Du kannst beispielsweise ein Foto eines Arbeitsblatts hochladen und fragen:

Erkläre mir die Grafik auf diesem Bild.

Dokumente

PDFs oder Textdateien können hochgeladen werden, um:

4. Bilder erzeugen

Viele KI-Systeme können selbstständig Bilder erstellen.

Dafür beschreibst du das gewünschte Motiv möglichst genau. Diese Beschreibung wird als Bild-Prompt bezeichnet.

Beispiel:

Erstelle ein realistisches Bild einer mittelalterlichen Burg auf einem Berg bei Sonnenuntergang.

5. Chats speichern und teilen

Nützliche Ergebnisse lassen sich häufig exportieren.

Mögliche Optionen:

Chatbots konfigurieren

Datenschutzeinstellungen

Prüfe die Einstellungen zu Datenschutz, Chatverlauf und Datennutzung.

Besonders wichtig:

Benutzerdefinierte Anweisungen

Viele Chatbots erlauben die Festlegung dauerhafter Vorgaben.

Sprache

Beispiel:

Antworte immer auf Deutsch und erkläre englische Fachbegriffe kurz in Klammern.

Tonfall

Beispiel:

Erkläre wie ein geduldiger Nachhilfelehrer.

Antwortstil

Beispiel:

Verwende kurze Antworten, Aufzählungen und ein Praxisbeispiel.

Modellvarianten

Viele Anbieter bieten mehrere Modellversionen an.

Typische Varianten:

Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Für die meisten Aufgaben genügt das Standardmodell.

Wie funktionieren Chatbots?

Technische Grundlagen

NLP – Natural Language Processing

NLP bezeichnet die Verarbeitung natürlicher Sprache durch Computer. Dazu gehören unter anderem:

LLM – Large Language Model

Ein Large Language Model ist ein KI-Modell, das auf sehr großen Textmengen trainiert wurde.

Es berechnet fortlaufend, welches Wort mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes folgen sollte. Dadurch entstehen natürliche und oft sehr überzeugende Texte.

Multimodale KI

Multimodale Systeme können mehrere Datentypen gleichzeitig verarbeiten, beispielsweise:

Das Kontextfenster

Das Kontextfenster bestimmt, wie viele Informationen die KI während einer Unterhaltung gleichzeitig berücksichtigen kann.

Vereinfachte Vorstellung

Bei jeder neuen Eingabe betrachtet die KI den bisherigen Gesprächsverlauf, um den Zusammenhang zu verstehen.

Grenzen

Ist der Chat sehr lang, können ältere Informationen:

Deshalb kann es sinnvoll sein, bei umfangreichen Projekten regelmäßig einen neuen Chat zu beginnen und wichtige Ergebnisse zu sichern.

Wichtig: Das Kontextfenster gilt normalerweise nur für den jeweiligen Chat.

Die Memory-Funktion

Einige Chatbots verfügen über ein chatübergreifendes Gedächtnis.

Dadurch können sie sich bestimmte Informationen dauerhaft merken, beispielsweise:

In den Einstellungen lassen sich gespeicherte Erinnerungen meist ansehen, bearbeiten oder löschen.

KI-Agenten

KI-Agenten gehen über klassische Chatbots hinaus.

Während ein Chatbot normalerweise auf einzelne Anweisungen reagiert, kann ein Agent eigenständig mehrere Schritte ausführen, um ein Ziel zu erreichen.

Beispiel:

Plane eine dreitägige Klassenfahrt nach Wien mit einem Budget von 150 Euro pro Person.

Ein Agent könnte anschließend:

  1. Informationen recherchieren.
  2. Unterkünfte vergleichen.
  3. Kosten berechnen.
  4. Einen Reiseplan erstellen.
  5. Ergebnisse in einem Dokument zusammenfassen.

Dadurch können komplexe Aufgaben zunehmend automatisiert werden.